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Kunsthaus Graz (A) | 1999



DAS MUSEUM IST IM GRUNDE NUR EIN GEBÄUDE. WIE SICH DIE MENSCHEN IN DIESEN MAUERN VERHALTEN, DAS HÄNGT EBEN VON DEN MENSCHEN AB.
JOSEPH BEUYS


Graz will sich 2003 als europäische Kulturhauptstadt mit einem neuen Kunsthaus präsentieren. Der Andreas-Hofer-Platz ist gut angebunden (Innerer Ring, Bushof) und liegt nahe zur Innenstadt. Es bietet sich an, durch das Kunsthaus eine Schnittstelle zwischen Innenstadt, Mur und der Verkehrsinfrastruktur herzustellen. Zur Zeit ist der Ort von Verkehr und Bewegungen gekennzeichnet: fahrende Autos, in der Tiefgarage abgestellte Autos, das Stop-and-Go der Busse und schliesslich die Fussgänger eher gehetzt.
Dieses Kunsthaus ist eine Gegenposition zu herkömmlichen Museen. Es agiert als Netzwerk und baut eine Selbstverständlichkeit zu seiner Umgebung auf. Kunst wird nicht monumentalisiert. Sie ist einfach da, neben dem Bushof, der Strasse, der Tiefgarage. Der Bushof ist der Kern des Gebäudes. Während sich das Ausstellungskontinuum um ihn wickelt, entsteht ein öffentlicher Weg, ein dreidimensionaler Laubengang. Er mündet in ein Café. Ganz beiläufig werden Buspassagiere oder Cafébesucher zu Kunstbetrachtern, während von "innen" der Bushof als Objekt erscheint. Busse stehen in einer Vitrine. Die Grenzen verschwinden. So kann sich der öffentliche Raum in den Innenraum ausdehnen.